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Bildhauer, Maler und Poet - Gustav Eberlein Forschung - private Homepage von Prof. Rolf Grimm

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Alfred Kerr

Alfred Kerr, Berlins berühmt-berüchtigter Kultur- und Gesellschaftsjournalist, wohnte in dem Eberlein gehörenden Wohnhaus "Lützowufer 30", in dessen Hinterhof sich das Atelier befand (Nr. 31). Eberlein selbst hatte sein Domizil in der "vornehmeren" Von-der-Heydt-Straße 11.

Zwei Vereinsmitglieder schrieben 1996 alle Bewohner der verschiedenen Häuser, in denen Eberlein gelebt hatte, auch des Hauses Lützowufer aus den Adreßbüchern heraus (Jb.1998). Dabei fiel auf, dass dort weder ein "Alfred mit dem Künstlernamen Kerr", noch ein Alfred Kempner gemeldet war. Und das im preußischen Berlin!
Kerr konnte gut verfolgen, was sich im Hinterhaus (Nr.29), Eberleins Atelier, abspielte.

So beschreibt er in seinem Tagebuch am 25.12.1898 die Reaktion der Hausbewohner und Passanten bei einem Kaiserbesuch zusammen mit Reinhold Begas, dem "Generalbeauftragten" für die Siegesallee.
Man muß selbst nachlesen, wie es da zuging, wie sich z.B. die Bewohner "standesgemäß" verhielten (... der Hans des Kutschers durfte nicht mit dem Fritz des Tischlergesellen spielen usw. ...).

Interessant zu dem von Kerr geschilderten Kaiserbesuch ist im Vergleich die nüchterne, aber für Eberlein "positivere" Darstellung eines anderen Besuches des Kaisers, ebenfalls natürlich in Begleitung von Reinhold Begas, "am Freitag Vormittag", der im "Mündener Tageblatt" vom 15.10.1899 geschildert wird (".. der Kaiserin, die dazu gekommen war, und dem Kaiser gefiel unter Eberleins Arbeiten ein Kruzifix (GV 50) so gut, dass er sagte, er werde möglicherweise das Werk, in Bronze ausgeführt, vor der Garnisonkirche in Kiel aufstellen lassen...." und "Er fuhr weiter zu Bildhauer Boermel"). Das Kruzifix wurde aufgestellt.

Am 25. August 1898 nimmt Alfred Kerr in seinem Tagebuch interessanterweise kritisch Stellung zu den Ideen Eberleins (S.418) ......."Ich rede nicht mehr vom Hauswirt; sondern von seinen Plänen zur Umgestaltung des gesellschaftlichen Lebens" ........... "Eberlein beklagt mit Recht den "ausgebildeten" Kastengeist, der es heute nicht zulasse, dass die Armee, Wissenschaft, Kunst, Industrie und der Handel in größter menschlicher Form sich gesellschaftlich verbinden. Ja, ein Gebäude (Anm.: das Eberlein vorschlägt; Abbildung des Entwurfs vorhanden) wird diese Schranken nicht beseitigen. Sie zu beseitigen, müssen radikalere Mittel angewandt werden; Mittel, die auf dem Felde innerpolitscher Entwicklung liegen."

Gustav Eberlein veröffentlicht seine "Ideen zu einer Neugestaltung des gesellschaftlichen Lebens" zusammen mit anderen interessanten "Gedanken", z.B. "Berlin in 100 Jahren" (Anm.: Der Hinweis hätte hier zur Jahrtausendwende am 1. Januar 2000 stehen müssen), "Vergangene und zukünftige Kunst" und seinen beiden "Reden wider die Lex Heinze", in seiner lesenswerten Schrift "Michelangelo nebst anderen Dichtungen und Gedanken über Kunst" (1902, Berlin-Schöneberg, 244 S.,75 Abb.; Inhaltsverzeichnis).

mommsen_eberlein, 1901Von

"Illustrirten Zeitung" (..,.., 1901)

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