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Bildhauer, Maler und Poet - Gustav Eberlein Forschung - private Homepage von Prof. Rolf Grimm

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Sigmund Freuds Tagebuchnotizen
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Freud schrieb 1907:

"In einer Allee (Anm.: in Rom) sieht man eine Statue von Victor Hugo, die von den Franzosen im Dienste der Verbrüderung zwischen den Nationen geschenkt worden ist. Er sieht aus wie Verdi. Diese Statue hat den guten Kaiser Wilhelm nicht ruhen lassen und so hat er aus Konkurrenzneid die Statue von Goethe durch Eberlein machen und in demselben Garten aufstellen lassen.

Sie ist ganz geschickt und nichts Hervorragendes, Goethe ist zu jugendlich; er war ja über Vierzig, als er nach Rom kam, steht auf einem Säulenschaft, vielmehr auf einem Kapitell, und das Postament ist von drei Gruppen umgeben: Mignon und der Harfner, der vielleicht das Beste ist, Mignon selbst hat ein leeres Gesicht, Faust in einem Buch lesend, dem Mephisto über die Achsel schaut, Faust wieder ganz gut, der Teufel ganz fratzenhaft, ein Judengesicht (!) mit Hahnenkamm und Hörnern, und eine dritte Gruppe, die ich nicht verstehe, vielleicht Iphigenie und Orest, aber dann sehr unkenntlich."

Der Beweggrund, dass Kaiser Wilhelm II. der Stadt Rom das Denkmal als Ausdruck allein preußischer Großmannssucht "aufdrückte", wie in vielen Veröffentlichungen zu lesen ist, erscheint hier in einem anderen, "modifizierterem" Licht.

Das Zitat stammt aus dem im Internet veröffentlichten Buch von Christfried Tögel: Berggasse - Pompeji und zurück. Sigmund Freuds Reisen in die Vergangenheit, Tübingen: edition diskord 1989. Der Text ist über diesen Link aufrufbar (Schaltleiste "Italien und Griechenland", Seite 71, Abbildungen).

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