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Bildhauer, Maler und Poet - Gustav Eberlein Forschung - private Homepage von Prof. Rolf Grimm

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Gustav Eberlein bezeichnete sich selbst nicht als Bildhauer, Maler oder Poeten, sondern als "Bildner"

Bekannt ist er als Bildhauer vor allem durch seine Großplastiken.
Einige wenige sind noch mehr oder weniger gut erhalten:
Nationaldenkmal und weitere vier Personendenkmäler in Buenos Aires, Deutscher Brunnen in Santiago de Chile (Parque forestal), mehrere Reiter- und Personenstandbilder für die Hohenzollern und Fürsten (Kaiser-Wilhelm-I. in Hamburg-Altona, in Geislingen / Steige und in Krefeld, Herzog-Ernst-II.-Reiterdenkmal in Coburg und Standbild Großherzog von Luxemburg in Königstein / Taunus) sowie Denkmäler für Musiker und Dichter (Richard Wagner und Albert Lortzing im Berliner Tiergarten, Goethe-Denkmal in Rom).

Von zwei Gruppen der Siegesallee der Hohenzollern in Berlin, die er im direkten Auftrag von Kaiser Wilhelm II. unter der Oberleitung von Reinhold Begas schuf, sind noch die Kolossalstandbilder von Friedrich I. und Friedrich-Wilhelm III. zusammen mit mehreren Assistenzbüsten (Architekt Andreas Schlüter, Eberhard von Danckelmann) im Lapidarium am Landwehrkanal bewahrt. Die Assistenzbüsten "vergammeln" im Freien zusammen mit ebensolchen von anderen Bildhauern. Die Büste des Freiherrn von und zum Stein aus diesem Ensemble wurde zwischen dem Marktplatz und der Nicolai-Kirche in Berlin-Spandau aufgestellt, ohne dass
 der Name des Bildhauers vermerkt wäre.

Der Künstlerindex der Denkmaldatenbank, die ausschließlich Berliner Denkmäler enthält, führt zur Zeit noch keine Werke von Eberlein auf (Richard-Wagner- und Lortzing-Denkmal im Berliner Tiergarten u.a.). In der "Liste der 100 meist besuchten Künstlereinträge" ist Gustav Eberlein jedoch enthalten,

Die Werke der Bauplastik sind, bis auf je zwei Skulpturen am Reichstag und am Theater des Westens in Berlin (Neugüsse), am Rathaus in Rheydt und am Hoftheater in Wiesbaden, im und - in noch höherem Maß - nach dem zweiten Weltkrieg zerstört worden.
Die meisten der von Eberlein geschaffenen Grabmale stehen noch (u.a. Jüdischer Friedhof Berlin-Weißensee (2), Kreuzberger Friedhöfe (5, u.a. Grabmal Duncker), Hamburg-Ohlsdorf (2), Dresden (1, Johannisfriedhof), Nürnberg (1, Johannisfriedhof)).

Porträtbüsten in größerer Anzahl sind als Gipsoriginale wieder aufgefunden worden unter den Scherben des Fußbodens im Museumsgebäude in Hann. Münden. Sie wurden bis auf wenige, bei denen der größerer Teil der Scherben in die Schuttkippe kam und daher fehlte, wieder restauriert. Unbeschädigt erhalten blieben im Museum nur 3 Büsten (Mommsen, als Teil des Wettbewerbsentwurfs in Berlin; Mariechen Schlichtholz; Stadgeschichtsschreiber Lotze). Marmorbüsten gibt es in Dransfeld (Gauss) sowie in Privatbesitz (Vater und Tochter Woog). Nur eine Bronzebüste ist, ebenfalls in Privatbesitz, bekannt. Die Gipsbüste von Karl Marx muß erhalten sein, denn es liegt eine Nachkriegs-Fotografie von der Fotografin Hildegard Deeke, Berlin (Adresse unbekannt) in der Nationalgalerie vor.

Unter den kunstgewerblichen Arbeiten fällt neben Tafelaufsätzen, Uhren, Plaketten (u.a. zu Menzels 70. Geburtstag) und Möbelentwürfen ein Automodell von 1913 auf. Uhren und Plaketten sind in Privatbesitz vorhanden.

Bekannt ist Eberlein besonders auch durch eine überaus große Anzahl von Kleinplastiken.
Die "gängigsten" wurden zwischen 1890 und 1910 per Katalog als sogenannte "Ladenbronzen" u.a. in Berlin in hervorragender Qualität von den Kunstgießereien Oscar Gladenbeck uns Gladenbeck & Söhne sowie Schäffer & Walcker vertrieben.
In Anzeigen warben die Gebrüder Micheli, Berlin, im Katalog von 1890 für Gipsabgüsse auch von Gustav Eberlein. Trotz aller Bemühungen war der Katalog bisher nicht aufzufinden.
In die Fußstapfen dieser "Replikatoren" tritt zur Zeit die weltweit agierende "ars-mundi-collection" mit dem Verkauf von zwei Mädchendarstellungen in "ARA-Marmor" bzw. "Kaltbronze" (kostenlose Kataloge unter 0800-80 888 08). Neben diesen frühen "Massenproduktion" schufen vor allem die beiden Gießereien Gladenbeck sowie Füssel (alle in Berlin) und Nelli (Rom) hervorragende Einzelgüsse. Intensiv gesucht wird nach den Katalogen von Nelli und Oscar Gladenbeck.

 

Öffentlich zugänglich sind gegenwärtig nur 45 Skulpturen und (eingeschränkt) ein Gemälde:
Städtisches Museum Hann. Münden (18 Skulpturen ausgestellt; im Magazin 161 Skulpturen, davon 92 stark beschädigt; 10 Gemälde und mehrere Zeichnungen im Magazin; im Stadtarchiv Eberlein-Handschriften und Fotografien), Hann. Münden Stadt (6; darunter das Kolossalrelief auf der Tillyschanze), Nationalgalerie Berlin (8, davon 1 im Theater des Westens), Theater des Westens, Berlin (1), Museo Historico National Buenos Aires (5), National Museum of Fine Arts Buenos Aires (2), Teatro Colon Buenos Aires (1), Kunsthalle Kiel (2), Landesmuseum Oldenburg (2), Goethe-Nationalmuseum Weimar (1), StadtMuseum Bonn (1), Gießereimuseum Lauchhammer (1), Robert-Koch-Institut Berlin (1), von-der Heydt-Museum Wuppertal (1), Bergbaumuseum Bochum (1), Göttingen (1), Dransfeld (2), Karl Ernst Osthaus-Museum Hagen (1), Stadtmuseum Kassel (2) und Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (1).

In Privatbesitz befinden sich zahlreiche Skulpturen in Marmor, Bronze, Gips und als Galvanoplastiken sowie Zeichnungen, Gemälde, Handschriften und Fotografien.

Die schriftstellerischen Werke Eberleins sind in den öffentlichen Bibliotheken zu entleihen. Die Gustav-Eberlein-Forschung e.V. hat einigen Bibliotheken, u.a. auch der in seiner Heimatstadt Hann. Münden sowie der in seinem Geburtsort Spiekershausen, Exemplare gestiftet. Weitere Wünsche werden gern entgegengenommen.

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