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Bildhauer, Maler und Poet - Gustav Eberlein Forschung - private Homepage von Prof. Rolf Grimm

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Es lassen sich SCHAFFENSPERIODEN, die zugleich STILPERIODEN sind, erkennen.

Hier ist es bei Berücksichtigung der Tatsache, dass die Stellung des Künstlers, besonders des Bildhauers, in jener Zeit noch mehr vom Auftraggeber abhängig war als heute, interessant zu beobachten, ob einem Werk ein bezahlter Auftrag zugrunde lag oder ob es Eberlein "für sich" schuf.

P E R I O D E N
(1870 Ende des Studiums in Nürnberg; ab 1884 "selbständig" in Berlin)

1906 - 1914
Die "anderen" Stilrichtungen - gestützt auf Künstlergruppen - haben sich durchgesetzt. Um das Virchow-Denkmal (211; 1905 - 1. Preis: F. Klimsch, 2. Preis: G. Eberlein) entbrennt ein Streit um Kunstrichtungen. Er ist zugleich eine politische Auseinandersetzung.

In dieser Zeit wendet sich Eberlein verstärkt der "freieren" Malerei zu. Für 1907 plant er eine Gemäldeausstellung. Die Mehrzahl der im Versteigerungskatalog 1913 (s. Tabelle; X) aufgeführten Bilder dürfte in dieser Zeit entstanden sein.

Ab 1908 wirkt Eberlein als "Botschafter des Kaisers" (mit Diplomatenpass!) in New Yorck, Kuba, Chile und insbesondere in Argentinien (215-255; u.a. Nationaldenkmal in Buenos Aires). Es entsteht dort eine Fülle von größeren Werken.

Vor Beginn des 1. Weltkrieges gestaltet er - in der Überzeugung, dass Deutschland angegriffen wird - Werke mit vaterländischen Themen sowie Portraitbüsten des "Herrscherhauses" und von Feldherren für das schon genannte "Eberlein-Museum" in Bingen (VII).
Er führt somit Aufträge in einem Themenkreis fort, von dem er sich augenscheinlich vor 1900 hatte lösen wollen.

Als "Einzelgänger" kann sich Eberlein für ein "freieres Schaffen" nicht auf einen "Kreis" stützen. Auch hat er keine namentlich bekannten Schüler, die ihn hierin bestärkt hätten. Dazu kommt, dass persönliche Schwierigkeiten (2. Scheidung; Pläne zur Auswanderung nach Argentinien) ihm keinen Halt für ein konsequentes Handeln zu geben vermochten.
Stilistisch zeichnen sich Eberleins Werke in dieser Periode - weniger erkennbar an den in Südamerika entstandenen Arbeiten - durch eine straffe plastische Durcharbeitung aus (84,480). die Beherrschung großer Gruppen, d.h. Unterordnung des Details unter den Gesamtentwurf - bei aller sorgfältigen Durcharbeitung der Einzelheiten -, ist ihm selbstverständlich.
Einige Darstellungen von Paaren und Einzelfiguren der Kleinplastik (377,315) entsprechen stilistisch dieser Strenge, sind von der Thematik jedoch schwer einzuordnen bzw. zu verstehen.

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